Nachrichten

Die BSFH erfindet sich neu

Die BSFH hat sich in den letzten zwei Jahren organisatorisch neu aufgestellt. Nun ist der Prozess abgeschlossen. Zu den wichtigsten Neuerungen gehört eine neue Schulleitung. Mit Isabel Schuler steht erstmals eine Frau an der Spitze der BSFH. Zudem wurde eine «Erweiterte Schulleitung» geschaffen. Durch diese Massnahme sollen die Abläufe effizienter werden.

Die neue Schulleitung der BSFH, ein starkes Team: Rektorin Isabel Schuler und Prorektorin Anne Cathrin Mora.

Die neue Schulleitung der BSFH, ein starkes Team: Rektorin Isabel Schuler und Prorektorin Anne Cathrin Mora.


Das BSFH-Team der Verwaltung, der erweiterten Schulleitung sowie der Schulleitung ab Sommer 2025 (von links nach rechts): Maria Mancuso (Sekretariat), Roger Kleinert (Informatik / Stundenplan), Christina Brändli (Sekretariat), Denise Bisang und Christian Engel (Fachstelle Beratung & Soziales), Anne-Cathrin Mora (Prorektorin), Gioia Nigg (Sekretariat), Isabel Schuler (Rektorin), Natalia Vazquez (Verwaltungsleitung).

Das BSFH-Team der Verwaltung, der erweiterten Schulleitung sowie der Schulleitung ab Sommer 2025 (von links nach rechts): Maria Mancuso (Sekretariat), Roger Kleinert (Informatik / Stundenplan), Christina Brändli (Sekretariat), Denise Bisang und Christian Engel (Fachstelle Beratung & Soziales), Anne-Cathrin Mora (Prorektorin), Gioia Nigg (Sekretariat), Isabel Schuler (Rektorin), Natalia Vazquez (Verwaltungsleitung).


Das aktuelle BSFH-Magazin ist barrierefrei!

Von Übergängen und Umbrüchen: Im «Schwerpunkt» (Seiten 18–25) berichten Eltern und Ausbildner von ihren Erfahrungen und von Gelingensfaktoren beim Berufseinstieg. Übergänge sind Phasen des Umbruchs und der Veränderung, sei es im Leben eines Menschen oder bei einem Unternehmen. Es bedeutet, vom Gewohnten Abschied zu nehmen und sich auf Neues einzulassen. An der BSFH stand das vergangene Jahr im Zeichen von Wandel und Abschied.

Lesen Sie das aktuelle Magazin der BSFH als barrierefreies PDF: BSFH_Magazin_2024_25_barrierefrei.pdf

BSFH-Magazin 2024-2025

Das neue BSFH-Magazin 2024/25 mit dem Schwerpunkt «Wandel und Übergänge».


Im Cinquecento in den Ruhestand

Markus Wyss hat die BSFH als Rektor ein Jahrzehnt lang geprägt. Unermüdlich hat er sich für die Lernenden, für Teilhabe und Integration in der Schweiz eingesetzt. Nun geht er in Pension, möchte die Welt bereisen und Sprachen lernen. Und ganz viel arbeiten....

Herzlichen Dank, Markus, wir wünschen dir alles Gute auf deinem weiteren Weg.

Fährt gemächlicher auf neuen Wegen: Markus Wyss, Rektor der BSFH bis Sommer 2025, in seinem Fiat 500.

Fährt gemächlicher auf neuen Wegen: Markus Wyss, Rektor der BSFH bis Sommer 2025, in seinem Fiat 500.


Karin, die bescheidene Rebellin

Karin Arquisch ist in der BSFH die inoffizielle Mutter des Englischunterrichts. Bei Cambridge hat sie den Nachteilsausgleich angestossen und damit erreicht, dass heute auch Autisten ein First Certificate machen können.

Es gibt Lehrpersonen an der BSFH, die ihrem Umfeld ab und zu einen «kleinen Stupser» verpassen und damit Grosses bewirken. Eine solche Lehrperson ist Karin Arquisch. Dank ihr hat das Fach Englisch an der Schule einen riesigen Schub erfahren.

Sie selbst übt sich jedoch in Bescheidenheit und beschreibt ihr Vermächtnis in Sachen Sprachbildung so: «Es hat sich alles einfach ergeben.» Ohnehin findet sie ihre Person gar nicht so wichtig. Das hat sie das tägliche Pendeln von ihrem Wohnort in Chur nach Zürich gelehrt. «Ich schaue mir sehr gerne die vorbeiziehende Landschaft an. In Zeiten, in denen die Leute nur noch auf das Handy fixiert sind, ist das mein persönlicher rebellischer Akt.» Was sie jenseits der Scheibe erblickte, lehrte sie Demut. «Es wurde mir bewusst, wie klein und unwichtig jeder einzelne Mensch ist. Dadurch nahm ich meine eigene Person und meine Geschichte nicht mehr so wichtig.»

Vom Englischunterricht bis zum Yoga für Autist:innen: Karin Arquisch gab Anstoss zu viel Bewegung und Veränderung.

Vom Englischunterricht bis zum Yoga für Autist:innen: Karin Arquisch gab Anstoss zu viel Bewegung und Veränderung.


70 Jahre BSFH
1954–2024

Lesen Sie das Jubiläumsheft «70 Jahre BSFH» als barrierefreies PDF: BSFH_70-Jahre-Jubilaeumsheft_2024_barrierefrei.pdf

Die BSFH Zürich existiert seit 1954. Nach 70 Jahren ein passender Zeitpunkt, um ein paar hundert Jahre Rückschau zu halten, die Gegenwart zu würdigen und Blicke in die Zukunft zu werfen.

Die BSFH Zürich existiert seit 1954. Nach 70 Jahren ein passender Zeitpunkt, um ein paar hundert Jahre Rückschau zu halten, die Gegenwart zu würdigen und Blicke in die Zukunft zu werfen.


Fasziniert von Formen, Licht und
Farben

Markus Bertschi knipst für sein Leben gerne. Aber so formuliert ist das ein grobes Understatement. Er versteht sich als Kreativer – als Fotograf eben. Und er ist einer der Erfolgreichsten seines Fachs.

Mit seiner Brille, dem zurückgekämmten Haar und der Kamera in der Hand sieht er aus wie ein intellektueller Tourist auf Weltreise. Wir kennen ihn alle als den zweiten Markus der BSFH, oder eben ganz einfach: der Fotograf.

Seine Arbeit ist in ganz Zürich bekannt, denn die Fassade der BSFH ist quasi seine Galerie. 365 Tage im Jahr hängen seine Bilder in Übergrösse hinter der Glasfront, so dass alle Velo-, Auto- und Tramfahrer im Vorbeisausen ein Auge darauf werfen können.

Barbara Goossens in ihrer Praxis: Für die Therapiesitzungen nutzt  sie auch Pinsel und Farbe.

Markus Bertschi im Pausenraum der BSFH: Hier schiesst er die Porträts der Lernenden für die Gebäudefassade.


Ein Haus für alle Sinne

Die BSFH hat eine neue Hausbeschriftung erhalten. In der Fachsprache wird sie «Signaletik» genannt. Sie ist speziell auf sehbehinderte und blinde Personen ausgerichtet und gibt dem ganzen Schulhaus einen zeitgemässen «Touch».

In den letzten sieben Jahren wurde das Hauptgebäude der BSFH umfassend renoviert. Nach der Aussenbeschriftung stand im Frühling 2021 die Signaletik in den Innenräumen als letzte Bauphase auf dem Programm. Dabei wurde das gesamte Haus für Blinde und Sehbeeinträchtigte beschriftet. Das neue taktile Leitsystem zieht sich wie ein roter Faden durch das Gebäude. «Es stellt eine wichtige Grundlage dar, damit Betroffene einen möglichst hindernisfreien Zugang zum Schulhaus und seinen Räumen erhalten», sagt die Prorektorin der BSFH, Isabel Schuler. Die Beschriftungen sind jeweils in Taktil- und Brailleschrift angebracht und zieren nun unter anderem Gesamt- und Etagenübersichten, Raumbezeichnungen, Handläufe und Liftknöpfe. Geplant, gestaltet und umgesetzt wurde das barrierefreie Signaletikkonzept von Kleeb-Lötscher in Zug.

Der UNESCO-Weltbildungsbericht 2020 fordert, dass Bildung möglichst ohne Barrieren stattfinden soll. Im Austausch mit Fachstellen und Institutionen hat die BSFH ein barrierefreies Signaletiksystem entwickelt.

Der UNESCO-Weltbildungsbericht 2020 fordert, dass Bildung möglichst ohne Barrieren stattfinden soll. Im Austausch mit Fachstellen und Institutionen hat das spezialisierte Grafikatelier Kleeb-Lötscher für die BSFH ein barrierefreies Signaletiksystem entwickelt.


Antiquierte Massnahmen gegen Taubheit und Stummheit

In der griechisch-römischen Antike wurden Eltern eines behinderten Kindes sozial gebrandmarkt und ausgegrenzt. So verwundert es nicht, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, um den «Makel» zu beseitigen. So bemühte sich der bekannteste Arzt des Altertums, Hippokrates von Kos (460 bis ca. 370 v. Chr.), die Taubheit durch das Einträufeln von Mandelöl, Wein oder Muttermilch ins Ohr zu heilen.

Im Mittelalter kamen Pilgerfahrten oder das Handauflegen von Heilern zum Einsatz. Später wurden chemische oder elektrische «Therapien» verordnet und chirurgische Eingriffe vorgenommen, mit dem Ziel, Gehörlose hörend und sprechend zu machen.

Die Erkenntnis, dass die Stummheit eine Folge der Taubheit ist, setzte sich erst in der Neuzeit durch. Noch im späten Mittelalter war es durchaus gebräuchlich, zur Behebung der Stummheit beim tauben Kind das Zungenbändchen durchzuschneiden.

Wie verbreitet diese Massnahme war, beweisen die zahlreichen, speziell dafür erfundenen Werkzeuge. Diese wurden entwickelt, um den Eingriff relativ gefahrlos ausführen zu können. Erst im 19. Jahrhundert ist diese umstrittene Operation aus dem Katalog der therapeutischen Massnahmen verschwunden. Die Medizinische Sammlung des Instituts für Evolutionäre Medizin der Universität Zürich ist im Besitz einiger solcher Instrumente.

Gehörlosenanstalt St. Gallen um 1915: In der Artikulationsklasse lernen Schüler:innen das Lautieren. Man hat die Kinder gezwungen, die Hände hinter den Rücken zu halten, damit sie nicht gebärden.

Martialische Werkzeuge, von oben nach unten: Zungenbandschnäpper nach Jean-Louis Petit (MHSZ 10247), Doppelinstrument Zungenkratzer/Spatel (MHSZ 18615), Frenulumspanner (MHSZ 2268), Zungenspatel mit Frenulumspanner (MHSZ 2267).