Schule



Kurzbeschrieb

Die Berufsfachschule für Lernende mit Hör- und Kommunikationsbehinderung (BSFH) unterrichtet junge Menschen mit Beeinträchtigungen wie Gehörlosigkeit, Schwerhörigkeit, Sehbeeinträchtigung, Autismus, Dyslexie und anderen Handicaps in der beruflichen Grundbildung, in der Berufsmaturität sowie in der Weiterbildung.

 

Die BSFH schafft Chancengerechtigkeit, indem sie in kleinen Gruppen unterrichtet, Hilfsmittel anbietet oder andere Massnahmen des Nachteilsausgleichs bereitstellt.

 

Die gesellschaftliche und berufliche Integration der Lernenden sind Auftrag und Bekenntnis der BSFH. Deshalb berät sie auch Lehrbetriebe und pflegt regelmässige Kontakte zu allen an der Ausbildung Beteiligten. Nach Abschluss der Berufsausbildung begleitet und unterstützt sie die Lernenden bei der Stellensuche.

 

Die Persönlichkeit ist ein Schlüsselfaktor einer erfolgreichen Lebensgestaltung. Darum erwerben die Lernenden an der BSFH auch Selbst- und Sozialkompetenzen, die es ihnen ermöglichen, Verantwortung zu übernehmen und – trotz Handicap – in Beruf und Gesellschaft erfolgreich zu bestehen.

 

– PDF: BSFH-Flyer-Berufsbildung

– PDF: BSFH-Flyer-Berufsmaturität


Schulleitung

Markus Wyss, Schulleiter

Ein Paar Siebenmeilenstiefel im Schuhgestell

 

Markus Wyss ist bodenständig. Vielleicht hat das mit seiner Herkunft zu tun. Er ist der Sohn eines Schuhmachers und wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Sein einziger Luxus bestand in seinen Schuhen. Der Vater fertigte für seine Kinder teure Echtlederschuhe an. «Die wurden sorgfältig gepflegt und bei Bedarf von Vater auch mal genäht oder neu gesohlt», sagt Wyss.

 

Wegen seiner Liebe zu guten Schuhen würde er eine Weltreise auch nicht mit dem Flugzeug antreten, sondern in Siebenmeilenstiefeln. Als Alternative ginge vielleicht noch der Zug. Denn auch mit ihm verbindet er angenehme Kindheitserinnerungen. «Lokomotivführer war mein Traumberuf, als ich noch ein Junge war. Die stählernen Kolosse mit Tausenden von Pferdestärken, haben mich ehrfürchtig staunen lassen.» Heute legt er für seinen Beruf als Schulleiter jährlich 50 000 Kilometer mit der Bahn zurück. Immerhin ist das mehr als einmal um die Welt.

 

Was ihn nervt? Die Technik. Die könnte sich gerne ab und zu einfach mal in Luft auflösen. «Ich wünsche mir einen Computer, der merkt, wann der Nutzer durch dessen Gebrauch übermüdet und verspannt ist.» Und was tut er dann? «Er stellt seinen Dienst sofort ein, das Internet und das Handynetz bricht zusammen.»

 

Fabienne Wyler, Prorektorin

Mit Murmeli-Salbe zum Polarlicht

 

Der Tag von Fabienne Wyler beginnt mit einer heissen und einer kalten Dusche. In dieser Reihenfolge. Das fördert die Durchblutung. Vielleicht ist es aber auch ein Abhärtungstraining für ihren grossen Traum: einmal das Polarlicht zu sehen. Das geht natürlich nur im Winter in der eisigen Kälte Skandinaviens. «Kälte faszinierte mich schon immer», sagt Wyler. «Bei minus 40 Grad eingehüllt in ganz viele Kleider und warme Socken dieses Naturspektakel sehen, wäre fantastisch.»


Wer sich einpackt wie ein Murmeltier, der nimmt natürlich auch echte Murmeli-Salbe mit auf die Reise. Sie heisst nicht nur so, sondern besteht tatsächlich aus dem Fett von Murmeltieren. «Seit meiner Kindheit verwende ich sie als Allerheilmittel für jede noch so kleine Schramme. Ihr blosser Geruch ruft viele Erinnerungen in mir wach.»


Wäre sie nochmals 20 würde sie eine Lehre als Malerin machen. «Malerinnen haben einen super Job. Sie lassen nach ihrer Arbeit zufriedene Kundinnen zurück und können auf ihr Tageswerk zurückblicken: einen Raum, der jetzt schöner ist als im Moment, als sie begonnen haben.»

 

Werner Lüthi, Verwaltungsleitung

Der Radrennfahrer im Leuchtturm

 

An Werner Lüthi ist ein Velo-Rennfahrer verloren gegangen. Die Tour de France-Legenden Bernard Hinault und Laurent Fignon waren Helden seiner Kindheit. Ganz klar, dass auch er dereinst in ihre Fussstapfen treten würde.

 

«Diese Faszination führte dazu, dass ich als 14-jähriger in einer Gärtnerei für zwei Franken pro Stunde Unkraut gejätet habe, um mir mein erstes richtiges Velo leisten zu können», sagt Lüthi. «Damit habe ich meine Karriere als Rennfahrer gestartet.»

 

Er strampelte sich quer durch die Schweiz und Europa. Doch die  wadenmuskelbrechenden Steigungen des Simplons und Gotthards sowie der windgepeitschte Dauerregen der Bretagne setzten seiner Karriere ein baldiges Ende. «Nach diesen Erlebnissen beschloss ich, Velofahren nur zum Hobby zu machen.»

 

Seine Träume sind indes immer noch ausgefallen. So würde er gerne einmal für ein Jahr als Leuchtturmwärter arbeiten. «Das wäre wunderbar: den Wellen zuhören, die Gischt spüren, dem Farbenspiel des Meeres zusehen, das Salzwasser und die Algen riechen und dabei alle meine Bücher ein zweites oder drittes Mal lesen.»